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Ängste und Sorgen

Angst ist in erster Linie ein normales, natürliches, nicht-pathologisches Gefühl, eine gesunde Reaktion auf drohende Gefahr, z.B. wenn ein Auto auf Sie zurast, ein anderer Mensch Sie angreift oder ein Löwe hinter einem Baum lauert. Sie werden sofort wach und entscheiden sekundenschnell, was Sie tun müssen, um zu überleben: meistens entscheiden wir uns unbewusst für Kampf (z.B. Gegenangriff), Flucht (z.B. wegrennen) oder Erstarrung (sogenannter Totstellreflex, z.B. verstummen). Diese Entscheidung wird in unserem Stammhirn, einem evolutionär gesehen sehr alten Gehirnteil, gesteuert. Normalerweise schwindet die Erregung, wenn sie Situation vorbei ist. 

Manchmal leiden wir jedoch unter Angstgefühlen, ohne dass direkte Gefahr droht. Wir befinden uns in einem erhöhten Erregungszustand, ohne dass es einen lebensbedrohenden Grund gibt. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise persönliche Wesenszüge, der erlebte Erziehungsstil der Eltern, Veranlagung in der Familie, traumatisierende Erlebnisse oder psychosoziale Stressbelastungen.

Was passiert dann? Wir nehmen einen Gedanken oder ein Körperempfinden wahr und bewerten diesen mit dem Gedanken "Gefahr". Das Gefühl der Angst setzt ein und löst automatisch eine der oben beschriebenen Überlebensreaktion aus mit den dazugehörenden körperlichen Veränderungen und Symptomen. Diese nehmen wir wiederum wahr und besetzen sie mit dem Gedanken "Gefahr". Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. 

Wenn Sorgen oder Ängste zu groß werden und den Alltag zu sehr unter Druck setzen, kann eine Angstberatung dazu dienen, Ängste und Sorgen zu verstehen, andere Perspektiven einzunehmen, neue Handlungsalternativen zu erörtern und nicht zuletzt die Last zu mindern und Möglichkeiten zur Entspannung zu finden.

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